Segeln
Jeder zweihundertste Deutsche besitzt ein Sportboot. Im Vergleich zu Nordeuropäern ist dies sehr wenig, wenn man bedenkt, dass jeder fünfte Finne ein Boot hat. Und dabei wurden sogar Ruderboote mit gezählt. Segeln ist immer ein Erlebnis. Es muss nicht immer das Neueste und Teuerste sein. Sowohl im Gebrauchtbootmarkt, als auch im Bootszubehörmarkt, gibt es gute Angebote. Doch bevor man seinen Traum, aufs Meer hinaus zu segeln, umsetzt, muss man wissen, welches Boot das richtige ist. Eine Sportjolle, Ein- oder Zweimann, oder eine Wanderjolle, evtl. mit Schlupfkajüte. Nimmt man gleich ein Kajütboot, stellen sich die Fragen: Wer segelt mit? Wo segelt man, Binnen oder See? Wann segelt man - nur im Urlaub, ist dann chartern nicht besser? Es git die Regel, erst einmal klein einsteigen und sich dann vergrößern.
Segeln, das heißt nicht einfach "sich drauf setzen, Leinen los und Gas geben", sondern feststellen, woher der Wind kommt und wo ich hin will. Wer ist mit an Bord? Was kann ich der Mannschaft zutrauen? Dann kommt der Spaß, die Wellen abzureiten, mit seinem Boot eins zu werden, um so den besten Kurs zufinden.Dazu muß man aber sein Boot, ganz gleich ob Jolle oder Jacht, auch unter schwierigen Bedingung beherrschen und das Revier kennen.
Um wunderbare und erholsame Tage an Bord erleben zu können, wird vor einem Törn die Wettervorhersage ermittelt und dann vor allem auch beachten. Und zusätzlich muss jeder selbst das Wetter ständig beobachten. Auch bei schönstem Badewetter, oder gerade dann, kann schnell ein Gewitter mit Sturmböen aufziehen. Jeder an Bord und auch das Boot muss darauf vorbereitet sein. Dann werden auch solche Situationen und Herausforderungen zu einem schönen Erlebnis.
Vorbei sind die Zeiten der Holzschiffe, die laufend Pflege (schleifen und lackieren oder ölen) benötigten. Segelboote sind heute aus GfK, sind moderner und komfortabler. Aber das Leben an Bord ist in unseren Breitengraden, egal ob Binnen oder See, nicht immer angenehm. Mal ist es zu warm, dann zu kalt, es herrscht meist Platzmangel, die Kinder wollen beschäfigt sein, das Boot schwankt dauernd, die Krängung ist dem einen zu viel , dem anderen zu wenig, usw. Wer da alles gut plant und seine Crew mit einbezieht, wird nicht baden gehen.
Laser oder Cat, Jollenkreuzer oder Dickschiff, Holz, Kunststoff oder Alu, alle Boote bestehen aus den gleichen Komponenten: Rumpf, Kiel/Schwert, Ruder, Rigg . Für Schnüre und Seile gibt es eine ganze Menge von Bezeichnungen. Je nach Einsatzort heißen diese Fallen, Schoten und Leinen, und man stelle sich vor, jedes Segelboot hat sogar mindestens einen Baum dabei. Um sich unter Seglern ausdrücken zu können, sollte man deren Sprache beherrschen. Wichtig ist dies vorallen, wenn man mit Fremden unterwegs ist und man sich auch in Extremsituationen klar ausdrücken kann.
Segelmanöver erfordern eine gewisse Praxis. Wende, Halse, Mann-über-Bord, An- und Ablegen kann man nicht oft genug üben. Auch alte Hasen sollten immer wieder diese Manöver fahren. Gerade nach dem Winterlager und vor allem nach einem Bootswechsel. Jedes Schiff reagiert anders. Die Crewmitglieder müssen bei einem Manöver ihre Aufgaben kennen. Gelingt eines nicht, dann bitte rechtzeitig abrechen und wiederholen, bevor der Steg versenkt wird. An Bord gilt, eine Hand für sich, eine fürs Boot. Wichtig ist auch, nie die Hände, Arme oder Beine zwischen zwei Schiffe oder zwischen Boot und Steg zu bringen. Quetschgefahr! Dafür gibt es Fender und Bootshaken. Gute Praxistipps gibt es in Büchern und in den führenden Segelzeitschriften "YACHT" und "SEGELN".
Segeln und Kameradschaft, die beiden Wörter gehören zusamen -> Seglerkameradschaft!
Wem soll man sein Seglerlatein erzählen? In jedem Revier gibt es Segelvereine oder Yachtclubs, und es gibt überregionale, wie den "Club der Kreuzerabteilung". Im Verein zusegeln, macht noch mehr Spaß. Erfahrungen austauschen, eine Crew finden, gemeinsame Törns durchführen, Regatten organisieren und daran teilnehmen. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist auch die Jugendförderung. Es gibt also genug Gründe, die dafür sprechen, einem Segelverein beizutreten. Oftmals gibt es an kleineren Revieren Bootsliegeplätze nur über eine Vereinsmitgliedschaft. Mast- und Schotbruch

